Zecken

7 Empfehlungen gegen Zecken

  1. Gut abschliessende, lange Kleider tragen.
  2. Schutzmittel anwenden (z.B. Anti-Brumm Naturel, Moski-No Zeckenschutz).
  3. Gebüsche und Unterholz meiden (für Pilzler:innen mässig originell...).
  4. Nach einer Pilzrunde immer Körper nach Zecken absuchen (besonders Kniekehlen, Oberarm- und Oberschenkelinnenseite, Leisten, Hals, Nacken, Achselhöhlen!) und Zecken mit Pinzette entfernen, Stichstelle desinfizieren.
  5. Im Verlauf Stichstelle beobachten und beim Auftreten einer verdächtigen Hautrötung oder eines Hautgeschwürs mit vergrösserten Lymphknoten und Fieber die Hausärztin/den Hausarzt kontaktieren.
  6. Sich unbedingt gegen FSME impfen lassen!
  7. In der Schweiz wird ein Zeckenstich als Unfall gewertet. Behandlungen werden von der Unfallversicherung (z.B. SUVA) übernommen.


Socken über Hosen ziehen - sieht doof aus, hilft aber
Zecke, 1000x vergrössert

Grundlagen

Zecken finden sich in der Schweiz bis zu einer Höhe von 1500 m über Meer, in Zukunft (Klimawandel!) vermutlich auch in grösseren Höhenlagen. Sie leben bevorzugt in mässig feuchten Gebieten in Laub- und Mischwäldern, halten sich dort auf niedrig wachsenden Pflanzen (bis maximal 1.5 m) auf und werden durch vorüberziehende "Empfänger" (beispielsweise Menschen) abgestreift. Von den zahlreichen Zeckenarten kommt in der Schweiz der Holzbock (Ixodes ricinus) am häufigsten vor.

Mit einem (schmerzlosen) Stich saugen die Zecken einerseits das für ihre Entwicklung nötige Blut auf, andererseits kann es dabei zu einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen kommen.

Die häufigsten Krankheitserreger sind ein Bakterium (Borrelia burgdorferi) und ein Virus (Flavivirus), das die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, Entzündung von Hirnhaut und Hirngewebe) verursachen kann. Seltene, ebenfalls durch Zecken übertragene Erkrankungen (z.B. Rickettsien, Ehrlichiose, Neoehrichiose, Babesiose) werden in dieser Übersicht nicht diskutiert.


Durch Zecken übertragene Krankheiten

Borrelieninfektion

In der Schweiz sind bis zu 40% der Zecken Borrelienträger. Nach einem Zeckenstich kommt es in rund 2-5% zu einer klinisch erkennbaren Infektion (zuerst in Form eines Erythema migrans; siehe Abbildung).

Wird die Zecke innerhalb von 6-12 (24) Stunden nach einem Stich entfernt, ist die Infektionsgefahr klein. Eine prophylaktische Antibiotikabehandlung wird in diesem Fall nicht empfohlen.

Die (unbehandelte) Infektion verläuft typischerweise (aber nicht immer...) in 3 Stadien. Allerdings wird die Infektion von vielen Menschen durch eine wirksame Immunantwort überwunden (man findet bei Risikopersonen wie Waldarbeitern und Orientierungsläufern, die nie krank waren, Borrelien-Antikörper in >20%!)


Mehr Informationen: Borrelieninfektion (PDF)

Erythema migrans (Quelle)

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

In typischen FSME-Gebieten (Naturherde, beispielsweise am Bodensee und Murtensee, allerdings ist kein Gebiet mehr sicher "virenfrei") tragen ungefähr 0.5-1% der Zecken das FSME-Virus in sich. Nach einem Stich durch eine befallenen Zecke kommt es in einem Drittel der Fälle zu einer Ansteckung (Virusübertragung im Gegensatz zur Borreliose sehr rasch!) , wobei diese in 70% ohne oder (nach 7-14 Tagen) nur mit grippeähnlichen Beschwerden verläuft.

Bei ungefähr 10% der primär symptomatischen Fälle treten nach einem durchschnittlich einwöchigen beschwerdefreien Intervall die Zeichen einer Hirnhaut-Entzündung auf: Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübungen, epileptische Anfälle, Lähmungen usw. Besonders bei älteren Menschen kann die Erkrankung zu bleibenden neurologischen Schäden führen oder sogar tödlich verlaufen.

Eine spezifische Behandlung (Antibiotika sind gegen Viren wirkungslos!) existiert nicht, hingegen eine wirksame Impfung, die allen Gefährdeten (dazu gehören sicher alle Pilzler:innen) unbedingt empfohlen wird!

Die Krankheit tritt besonders, aber nicht nur, im Frühsommer auf und hinterlässt im Gegensatz zur Borrelieninfektion eine dauernde Immunität.